Trauer um Joachim Heidelberg

Trauer um Joachim Heidelberg

Der JVR trauert um Joachim Heidelberg (TV Remagen), welcher am 09.07.26 verstorben ist. Joachim Heidelberg war viele Jahre Ressortleiter in verschiedenen Altersklassen und Kampfrichter im Rheinland. 2009 erhielt er vom Verband die silberne Ehrennadel und von einem Vertreter des Ministerpräsidenten sogar die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz.

Hier die damalige Laudatio zur Verdienstmedaille 2009:

 

„Sehr geehrter Herr Heidelberg, auch Ihnen hat der Ministerpräsident die Verdienst medaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen, weil Sie sich besonders für Ihre Mitmenschen eingesetzt haben. Wie das Ehepaar Bäsch, so liegen auch Ihnen sport begeisterte Jugendliche am Herzen. Ihnen hat es aber nicht der Fußball oder das Golfspielen angetan. Ihre Leidenschaft ist der Judosport. Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Denn Judo ist die am weitesten verbreitete Kampfsportart der Welt. Auch in Deutschland ist der Deutsche Judobund (DJB) mit 200.000 Mit gliedern der größte Kampfsportverband. Ich glaube, nach allem, was ich über Sie gehört habe, übertreibe ich nicht, wenn ich Sie als einen der Dino saurier des Judosports im Rheinland bezeichne. Seit über vier Jahrzehnten sind Sie selbst im Judo aktiv. In dieser Zeit haben Sie für verschiedene Vereine gekämpft und unzählige Siege errungen. Unter anderem waren Sie mehrfach Deutscher Juniorenmeister. Sie haben wirklich sehr beachtenswerte Erfolge erzielt, von denen nur Wenige berichten können.

 

Seit 1986 sind Sie Mitglied des Turnverein Remagen. Nach Ihrem Umzug dort hin wollten Sie eigentlich nur Ihren Sport weiter betreiben. Doch schnell war klar, dass Sie Judo nicht nur selbst gut beherrschen, sondern auch eine besondere Begabung dafür haben, anderen diesen Sport zu vermitteln. Deshalb wurden Sie schnell Trainer. Ganz im Sinne des Begründers der Judo-Lehre, Jigoro Kano, der sagte, „die eigene Ausbildung soll den anderen zuträglich sein“, gaben Sie Ihr Wissen gerne weiter. Sie verstanden es, Ihren Schützlingen zu vermitteln, was nötig ist, um die Wettkämpfe zu gewinnen. Wenn Sie sagten: „Rechter Fuß nach vorne!“ wurde nicht lange überlegt, sondern Ihre Anweisung ausgeführt. Und das war nicht selten das Quäntchen, das zum Sieg verholfen hat. Aus Ihrem Unterricht sind viele Rheinlandmeister, Rheinland-Pfalz-Meister oder Südwest-Deutsche Meister hervorgegangen. Bis in die 1. Bundesliga und die Jugendnationalmannschaft haben es einzelne Ihrer Schützlinge geschafft. Wie zum Beispiel Ihr Sohn Thomas Heidelberg, der heute natürlich auch dabei ist. Seit vielen Jahren liegt auch die Leitung der Judo Abteilung des TV Remagen in Ihren erfahrenen Händen. Diese ist nach der Abteilung Turnen die zweitgrößte Sportabteilung des Vereins. Um Sie haben sich inzwischen vier Turniergruppen und eine Freizeitgruppe gebildet.

 

Die Turniergruppen arbeiten im Training kontinuierlich auf sportliche Erfolge im Rheinland und darüber hinaus hin. Die Kinder und Jugendlichen besetzen regelmäßig das Siegertreppchen bei den jährlichen Meisterschaften. Und auch mit einer erfolgreichen Bundesligamannschaft haben Sie bereits Judogeschichte geschrieben. Ungewöhnlich ist, wie es zu der Freizeitgruppe kam. Diese ist aus wartenden Eltern entstanden. Nach dem vielen Zuschauen, wussten die Mütter und Väter in der Theorie ziemlich gut "wie Judo geht". Also haben Sie sie aufgefordert, ihr Wissen auch in der Praxis unter Beweis zu stellen. Ganz ohne auf Turnieren damit glänzen zu wollen versteht sich. Denn Erfolg bei Wettkämpfen, das ist nicht der wirkliche Sinn des Judo. Wörtlich übersetzt bedeutet es „der sanfte Weg“. Judo ist eine Form der Selbstverteidigung. Ohne Waffen, Tritte und Schläge, ausschließlich mit Würfen. Dabei geht es um viel mehr als die körperliche Ertüchtigung. Judo ist eine Philosophie zur Persönlichkeitsentwicklung. Im Wesentlichen liegen dem Judo zwei philosophische Grundprinzipien zugrunde. Zum einen das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen. Zum anderen der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist.

 

Das haben Sie nicht nur den Judokas im TV Remagen vermittelt. Während Ihrer fünfjährigen Amtszeit als Stellvertretender Bezirksleiter des Bezirks Koblenz im Judoverband Rheinland haben Sie die weibliche und männliche U 11, U 14 und U 17 trainiert. Weitere 5 Jahre lang waren Sie Ressortleiter der männlichen U 17 und Landestrainer dieser Altersklasse. In den folgenden Jahren waren Sie Landestrainer der U 14 und, als Ihre Schützlinge älter wurden, der U 17. So konnten Sie auf Ihre Arbeit aufbauen. Mit Erfolg, denn viele Judokas qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften und erreichten dort Platzierungen. Viele Kämpfer aus diesem Kaders sind heute noch erfolgreiche Judokas, Kampfrichter und Trainer. Seit Anfang der 90er Jahre sind Sie außerdem Kampfrichter. Sogar in anderen Bundesländern ist Ihr waches und geübtes Auge gefragt. Denn die Kampfrichter hier im Rheinland haben ein beachtlich hohes Niveau erreicht. Wie Sie, sehr geehrter Herr Heidelberg, mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement. Vielen Menschen und vor allem Kindern haben Sie nicht nur ein schönes Hobby und körperliche Fitness vermittelt. Die Denkansätze des Judo helfen auch außerhalb der Sporthalle weiter. Denn wie auf der Matte so heißt es auch oft im wahren Leben immer wieder: aufstehen!

 

So wie jetzt. Denn ich bitte Sie, aufzustehen, damit ich Ihnen in Vertretung unseres Ministerpräsidenten die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz als Zeichen unseres Dankes für Ihre jahrzehntelange Arbeit aushändigen kann.“

 

 

Der JVR ist Dankbar für die gemeinsame Zeit und wird Joachim Heidelberg in ewiger Erinnerung behalten.

 

 

 

Fotos: Carl Eschenauer

 

 

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