In der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina trafen sich fast 1350 Judobegeisterte aus allen Altersklassen ab 30 Jahren, die ihre Weltmeister kürten. Athleten aus 65 Nationen reisten nach Sarajevo und auch Deutschland nahm mit einer großen Delegation teil. 58 Männer und 13 Frauen kämpften um die Medaillen. Darunter auch Fabienne Binder (F1, -48 kg) vom JC Neuwied und Jessica Eschenauer (F2, -70 kg) vom JC Bad Ems.
Ein sportliches Highlight und zugleich eine besondere Herausforderung erwartete Fabienne Binder vom Judo Club Neuwied bei den Veteranen-Weltmeisterschaften im bosnischen Sarajevo. In der Altersklasse F1 bis 48 Kilogramm trat die Neuwiederin auf internationaler Bühne gegen hochkarätige Konkurrenz an und durfte sich am Ende über die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften freuen.
Binder zeigte von Beginn an, dass sie sich auch vor internationaler Spitzenklasse nicht verstecken muss. Gegen eine spätere Vize-Weltmeisterin entwickelte sich ein überaus ausgeglichener Kampf, der über die gesamte reguläre Kampfzeit ohne Wertung durch eine Wurf- oder Bodentechnik blieb. Die Entscheidung fiel erst im Golden Score und letztlich aufgrund einer dritten Bestrafung wegen Passivität.
Auch gegen die spätere Weltmeisterin aus Italien zeigte Binder eine engagierte Leistung. Mit einer gut angesetzten Bodentechnik brachte sie ihre Gegnerin in eine aussichtsreiche Situation, konnte dafür jedoch keine Wertung erzielen. Im weiteren Kampfverlauf musste sie sich zweimal der Spezialtechnik der Italienerin geschlagen geben.
Im Verlauf dieser Begegnung zog sich Binder zudem eine Verletzung am Handgelenk zu. Trotz der zunehmenden Beschwerden setzte sie den Kampf fort und beendete die Begegnung. Eine anschließende Untersuchung ergab einen Bruch des Handgelenks.
Am Ende stand für Binder WM-Bronze zu Buche. Damit belohnte sie sich für ihre intensive Vorbereitung und einen starken Auftritt bei ihrer Teilnahme an den Veteranen-Weltmeisterschaften.
Die Wettkampftage in Sarajevo waren für Binder nicht nur sportlich eine besondere Erfahrung. Sich mit Athletinnen zu messen, die anschließend um den Weltmeistertitel kämpften, und dabei selbst über weite Strecken auf Augenhöhe zu agieren, machte die Weltmeisterschaft zu einem besonderen Höhepunkt ihrer bisherigen Judo-Laufbahn.
Mit der Bronzemedaille im Gepäck kehrt Fabienne Binder nun zum JC Neuwied zurück. Eine WM-Medaille, die angesichts der starken internationalen Konkurrenz und der erlittenen Verletzung einen besonderen Stellenwert besitzt.
Nach Freilos in Runde eins stand sie im Halbfinale Agnieszka Bezraczko aus Polen gegenüber. Hier gewann die Emserin mit einer Waza-Ari Wertung für Harai-Goshi über die Zeit. Im Finale erwartete sie nun, wie im Vorjahr in Paris, die griffstarke Tschechin Hana Kodesova. In einem ausgeglichenen Kampf verlor Jessica Eschenauer kurz vor Schluss mit einer Yuko Wertung für einen Konter. Damit wurde sie zum zweiten Mal hintereinander Vize-Weltmeisterin in ihrer Altersklasse bei den Veteranen.
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